Maßnahmen gegen Sommerhitze und Dürreperioden

Als Gemeinschaftsgarten sind wir in diesem Sommer an unsere Grenzen gestoßen. Über Wochen zeigten sich im Sommer deutliche Auswirkungen des Klimawandels. Unter anderem durch die Veränderungen des Jetstreams kam es zu langen Perioden der Dürre und Hitze[1]. Für Gemeinschaftsgärten bedeutet dies, gießen, gießen, gießen. Eigentlich hätten wir jeden Tag gießen können, so schnell trocknete die Hitze unsere Beete aus. Auch für einen Gemeinschaftsgarten, in dem ehrenamtliche Helfende sehr engagiert tätig sind ist dies nicht zu leisten. Trotzdem an dieser Stelle einen großen Dank an alle, die sich am Gießen beteiligt haben! Doch auch wenn viele mitgeholfen haben, reichte es nicht aus. Daher haben wir im Verein beschlossen, dass wir noch einmal über das Thema Bewässerung nachdenken müssen. So machten wir uns auf die Suche nach guten Möglichkeiten, unsere Pflanzen zu bewässern, ohne jeden Tag vor Ort sein zu müssen. Es wurde viel recherchiert und ausprobiert. Neue Bewässerungsmethoden müssen folgende Eigenschaften erfüllen.


1. Die Bewässerung muss ohne Strom funktionieren.

2. Die Bewässerung muss ohne klassische Wasserleitung funktionieren.

3. Die Bewässerung muss über mehrere Tage Pflanzen mit Wasser versorgen

4. Der Wasserverbrauch soll deutlich reduziert werden.


Am Ende unserer Recherchen haben wir zwei Bewässerungsmethoden herausgefiltert, die für uns besonders geeignet erscheinen.


1. Die Wicking Bed Methode


Bei dieser Methode werden Beete mit einem „unterirdischen“ Wasserreservoir ausgestattet. Wichtig ist, dass über Drainagesteine oder andere Materialien ein Dochteffekt geschaffen wird. Dieser sorgt dann in der Theorie dafür, dass Wasser aus dem Reservoir zur darüber liegenden Erde transportiert wird. Die Wurzeln der Pflanzen saugen das Wasser nach oben und versorgen die Pflanze mit ausreichend Feuchtigkeit. In Australien ist diese Methode wohl schon länger im Einsatz und sehr vielversprechend. Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Reservoir muss nicht täglich gefüllt werden, zudem sind die Pflanzen an den Blättern trocken und an den Wurzeln feucht. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit von Pflanzenkrankheiten. Ende August haben wir ein erstes Wicking Bed installiert und machten unsere ersten Erfahrungen mit der Methode. Bisher wachsen die Pflanzen ausgezeichnet. Wenn sie sich auch während Dürreperioden bewährt, möchten wir zukünftig viele unserer neuen Beete mit dieser Methode errichten.


2. Tröpfchenbewässerung mit Ton-Kegel System


Bei dieser Methode wird ein Wasserreservoir durch dünne Wasserschläuche mit kleinen Tonkegeln verbunden. Aus den Tonkegeln tritt dann kontrolliert und tröpfchenweise Wasser aus. Die Tröpfchen sollen möglichst nah an die Wurzeln der Pflanzen abgegeben werden. Auch bei dieser Methode werden die für uns wichtigen Eigenschaften (s.o.) erfüllt. Leider ist diese Methode mit Kosten verbunden. Daher konnten wir sie bisher nicht ausprobieren. Wenn ihr möchtet, dass wir auch diese Methode ausprobieren, dann spendet gerne für eine solche Wasserversorgung. Wir werden, sobald die Gelder vorhanden sind, die Methode installieren, für uns und euch ausprobieren und von unseren Erfahrungen berichten.


Wir würden uns sehr freuen, wenn wir weiterhin neue Bewässerungsmethoden ausprobieren könnten und hoffen auf Unterstützung dabei. Im Gegenzug informieren wir gerne über Erfolge und Misserfolge in unserem Blog oder im persönlichen Gespräch in unserem Gemeinschaftsgarten.

[1] https://www.klimareporter.de/erdsystem/wenn-der-jetstream-einrastet



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